Günther Neumann

Günther Neumann, Prof. Dr. Dr., studierte zunächst Physik an der Universität Erlangen-Nürnberg (Dissertation in Mathematik, 1986), später Philosophie an der Universität Freiburg i. Br. (Dissertation über Husserl und Heidegger, 1998). Er war während der ersten Promotion Stipendiat in Mathematik am Massachusetts Institute of Technology (USA), arbeitete als Festkörperphysiker bei der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. und lehrte und forschte an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland (Universität Erlangen-Nürnberg, Universität Freiburg i. Br., Technische Universität Dresden, Massachusetts Institute of Technology, University of California).

Er ist seit 2020 Herausgeber der weltweit in vier Sprachen erscheinenden Zeitschrift Heidegger Studies/Heidegger Studien/Etudes Heideggeriennes/Studi Heideggeriani und seit 2004 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Heidegger-Jahrbuchs. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die editorisch-wissenschaftliche Tätigkeit als Herausgeber des Heidegger-Nachlasses im Rahmen der Martin Heidegger Gesamtausgabe und des Heidegger-Jahrbuchs (über 5.000 Buchseiten, bisher erschienen von ihm u. a. die umfangreichen Bände 62, 80.1, 80.2 und 84.1 der Gesamtausgabe).

Seine Forschungen umspannen Wissenschaft und Philosophie. Zahlreiche Buch- und Aufsatzveröffentlichungen erfolgten auf einem weiten Gebiet der Physik und Mathematik, der Phänomenologie (u. a. Husserl, Heidegger und Merleau-Ponty), der Naturphilosophie (u. a. zum Begriff von Raum, Zeit, Materie, zum menschlichen Dasein und zum nichtmenschlichen Leben), der philosophischen Grundlegung der Einzelwissenschaften, der antiken und neuzeitlichen Philosophie, der Metaphysik und Ethik.

Aus den zahlreichen Publikationen seien auszugsweise genannt:

Monographien:

Die phänomenologische Frage nach dem Ursprung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Raumauffassung bei Husserl und Heidegger, Berlin: Duncker und Humblot 1999.

Der Anfang der abendländischen Philosophie. Eine vergleichende Untersuchung zu den Parmenides-Auslegungen von Emil Angehrn, Günter Dux, Klaus Held und dem frühen Martin Heidegger, Berlin: Duncker und Humblot 2006.

Der Freiheitsbegriff bei Gottfried Wilhelm Leibniz und Martin Heidegger, Berlin: Duncker und Humblot 2019.

Heidegger und Leibniz (= Das Denken Martin Heideggers II 2, hg. von Hans-Christian Günther), Nordhausen: Bautz 2020.

Phänomenologische Untersuchungen zum Begriff von Natur – Raum – Zeit, zur Geschichte des Seins, zur Kunst und zur Ethik und Freiheit, Münster/Berlin: LIT-Verlag (zur Veröffentlichung angenommen in der Reihe „Neuere Phänomenologie“, in Vorbereitung).

Aufsätze:

„Galilei und der Geist der Neuzeit: Husserls Rekonstruktion der Galileischen Naturwissenschaft in der Krisis-Schrift“, in: Phänomenologische Forschungen, Heft 2001, 259–279.

„Die Einheit der Natur. Leibniz’ Kraftbegriff als Kritik des mechanistischen Naturverständnisses“, in: Nihil sine ratione. Mensch, Natur und Technik im Wirken von G. W. Leibniz (VII. Internationaler Leibniz-Kongress, Berlin, 10.–14. September 2001), hg. von Hans Poser, Hannover: Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft 2001, Vorträge 2. Teil, 881–888.

„Natur – menschlicher Leib – Logos. Merleau-Pontys Natur-Vorlesungen am Collège de France“, in: Philosophische Rundschau 49 (2002), 144–155.

„Heideggers Studium der Mathematik und Naturwissenschaften“, in: Heidegger-Jahrbuch 1 (2004), 214–225.

„Die Ursprungsordnung von Orten und mathematischen Räumen in Heideggers Vor­trag ,Bauen Wohnen Denken‘“, in: Heidegger Studies 21 (2005), 35–56.

„Die Möglichkeit einfühlenden Verstehens tierischer Organismen mittels analogischer Erfahrung (Apperzeption) bei Leibniz und Husserl“, in: Einheit in der Vielheit (VIII. Internationaler Leibniz-Kongress, Hannover, 24. bis 29. Juli 2006), hg. von Herbert Breger [u. a.], Hannover: Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft 2006, Vorträge 2. Teil, 707–714.

„Sein und Logos – Heideggers frühe Auseinandersetzung mit Parmenides“, in: Heidegger und die Logik, hg. von Alfred Denker und Holger Zaborowski, Amsterdam/New York: Rodopi 2006, 65–87.

„Heideggers frühe Parmenides-Auslegung“, in: ZETEMATA. Monographien zur Klassischen Altertumswissenschaft, Heft 126 (2006), 133–173.

„Der Weg ins Ereignis nach Heideggers Vortrag ,Der Satz der Identität‘“, in: Heidegger Studies 25 (2009), 157–189.

„Denken – Glauben – Dichten – Dialogisches Deuten. Sein als Anwesen und Poiesis“ (Rezension), in: Heidegger Studies 25 (2009), 255–265.

„Die Frage nach dem Bewusstsein von Tieren im Ausgang von Leibniz und Husserl“, in: Natur und Subjekt (IX. Internationaler Leibniz-Kongress, Hannover, 26. September bis 1. Oktober 2011), hg. von Herbert Breger [u. a.], Hannover: Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft 2011, Vorträge 2. Teil, 738–748.

„Deciphering the Cosmic Number: The Strange Friendship of Wolfgang Pauli and Carl Jung“ (Review), in: The Mathematical Intelligencer 33, 1 (2011), 105–107.

„Phänomenologie der Zeit und der Zeitlichkeit bei Husserl und Heidegger“, in: Heidegger-Jahrbuch 6 (2012), 153–186.

„Sein des Menschen, Ethos und Freiheit in Martin Heideggers ,Brief über den Humanismus‘ und Sein und Zeit“, in: Heidegger-Jahrbuch 10 (2016), 102–118.

„Die Gesamtinterpretation der ,Monadologie‘ in Heideggers Leibniz-Seminar vom Wintersemester 1935/36“, in: Heidegger Studies 33 (2017), 27–75.

„Essere e monade. La Monadologia di Leibniz come fonte di Heidegger per la questione metafisica dell’essere“, in: Aquinas. Rivista internazionale di Filosofia (Facoltà di Filosofia, Pontificia Università Lateranense, Città del Vaticano) LX, 1–2 (2017), 125–141; deutsch: „Sein und Monade. Leibniz’ ,Monadologie‘ als eine Quelle Heideggers für die metaphysische Seinsfrage“, in: Heidegger Studies 35 (2019), 161–174.

„On the Phenomenon of Time and Temporality in Edmund Husserl’s and Martin Heidegger’s Thought Addressing the Problem of Death“, in: Proceedings of the Latvian Academy of Sciences, Section A, 74 (2020), No. 4, 16–33.

„Heideggers Freiheitsbegriff in Sein und Zeit unter Berücksichtigung der neueren Diskussion in den Neurowissenschaften und der Rechtsphilosophie“, in: Harald Seubert (Hg.): Neunzig Jahre „Sein und Zeit“. Die fundamentalontologische Frage nach dem Sinn von Sein, Freiburg/München: Alber 2019 (Martin-Heidegger-Gesellschaft, Schriftenreihe, Bd. 12), 239–274.

„Der Freiheitsbegriff beim frühen Heidegger“, in: Heidegger Studies 36 (2020), 9–50.

„Die Frage nach der ,Kunst‘ – Heideggers Auslegung von Kants ,Kritik der aesthetischen Urteilskraft‘“, in: „…was bleibet aber…“ Heidegger – Dichtung und Kunst (Jahrestagung der Martin-Heidegger-Gesellschaft, 24.–26. September 2021 im Schloss Meßkirch) (Veröffentlichung in Bd. 14 der Schriftenreihe der Martin-Heidegger-Gesellschaft, hg. von Harald Seubert u. a., Freiburg/München: Alber 2022).

 

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