Aktuelle Information für Mitglieder der Heidegger-Gesellschaft

Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung der Martin-Heidegger-Gesellschaft wird auf einer Tagung in Meßkirch vom 29. September bis zum 1. Oktober 2017 stattfinden. In einem Rundbrief, der Sie im Juli 2016 erreichen wird, werden Sie über Weiteres hierzu in Kenntnis gesetzt werden.

Die Jahresgabe 2015/2016 soll bis Ende des Jahres ausgeliefert werden. Sie ist betitelt mit »Das Wegfeld des Denkens« und schließt die Veröffentlichungen aus dem Manuskript »Vermächtnis der Seinsfrage« ab. Die Jahresgabe 2017/2018 wird ausgewählte Teile eines umfangreichen, unveröffentlichten Manuskriptes Martin Heideggers mit dem Titel »Über den Schmerz« enthalten.

Das aktuelle Tagungsprogramm der kommenden Wiener Tagung der »Martin-Heidegger-Gesellschaft« finden Sie hier. Die Mitgliederversammlung im Rahmen dieser Tagung hat aufgrund der personellen und strukturellen Umbruchphase einen transitorischen Charakter.

Nachruf auf Otto Pöggeler

1963 erschien bei Günther Neske in Pfullingen ein Buch, das wie kaum eines zuvor dazu angetan war, den Horizont der Heidegger-Lesegemeinde zu erweitern: Der Denkweg Martin Heideggers. Autor war der damals 35jährige Otto Pöggeler (geboren am 12. Dezember 1928 in Attendorn/Nordrhein-Westfalen); er wurde im selben Jahr Herausgeber der neu begründeten Hegel-Studien. 1955 hatte er bei Johannes Hoffmeister seine Doktorarbeit über „Hegels Kritik der Romantik“ abgeschlossen, „Hegels Jugendschriften und die Idee einer Phänomenologie des Geistes“ waren Thema der Habilitation bei Hans-Georg Gadamer (1964/65; Teile 1973 unter dem Titel Hegels Idee einer Phänomenologie des Geistes veröffentlicht). Seit 1968 war Pöggeler Professor für Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und leitete das dortige Hegel-Archiv.

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Stellungnahme des Vorsitzenden der Martin-Heidegger-Gesellschaft

1. Die Situation

Wie allgemein bekannt, ist Martin Heidegger seit Erscheinen der Schwarzen Hefte einer Vielzahl von Angriffen ausgesetzt, die fast ausschließlich nur dieses eine Thema verfolgen: Heidegger sei Antisemit gewesen, und dazu einer der übelsten Sorte. Diese Invektiven bedienen sich zum Teil einer Sprache, die erschreckt: „ein bekennender Nazi“ ist noch das Mindeste, das es zu lesen gibt; anderswo ist zu lesen, uns grinse „die Maske eines unversöhnlichen Nazidenkens“ an. Dabei wird ein Konnex zu Heideggers Philosophieren hergestellt, namentlich zum Seinsdenken nach der sogenannten Kehre. Der Herausgeber der Schwarzen Hefte (der auch eine Reihe von Bänden der Gesamtausgabe, das seinsgeschichtliche Denken betreffend, ediert hat) meint einen inneren Zusammenhang zwischen Heideggers Ausagen über „die Juden“ und der Seinsgeschichte konstatieren zu müssen. (Ich setze „die Juden“ in Anführungszeichen und folge dabei einer noch heute lesenswerten Arbeit von Jean-François Lyotard.)

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